Öffnungszeiten:

Außerhalb der Gottesdienstzeiten ist die Kirche montags bis freitags von 9 -12 Uhr und von 14 - 17 Uhr geöffnet. Darüber hinaus melden Sie sich bitte beim Hausmeister. Er wird Ihnen nach Möglichkeit gerne die Kirche aufschließen.

Hilfe für Schwerhörige

In den ersten vier Bankreihen der Kanzelseite erleichtert eine Induktionsschleife das Hören für Menschen mit einem Hörgerät.

Christuskirche Hiltrup

Die Christuskirche in Hiltrup (Oktober 2009)

Die Christuskirche in Hiltrup wurde am 1. November 1970 von Oberlandeskirchenrat Danielsmeyer eingeweiht. Sie ist von den Münsteraner Architekten Kösters und Balke geplant worden. Alle künstlerischen Elemente in der Kirche sind von dem Künstler Stangier aus Telgte geschaffen worden. Auffällig an der Christuskirche ist die Zelt- oder Pyramidenform. Auf einem quadratischen Fundament steigen die Außenwände fünf Meter hoch und gehen dann in das pyramidenförmige Dach über. Bis zur Spitze mit dem Kreuz erreicht das Gebäude eine Höhe von 12,5 Metern. Das Zelt ist ein Zeichen dafür, daß wir unterwegs sind auf dem Weg zu Gott, der das Ziel unseres Lebens ist.

Der alte Glockenstuhl mit den drei Glocken "Glaube", "Liebe" und "Hoffnung".

Passend zur Form der Kirche steht etwas höher gelegen und abgesetzt vor der Kirche der neue Glockenturm. Zunächst war aus Kostengründen auf diesen Turm verzichtet worden. Die Gemeinde wollte jedoch von Anfang an, dass die Glocken läuten. Deshalb wurde zunächst ein Glockenträger aus Beton errichtet, der drei Glocken mit den Inschriften „Glaube“, „Liebe“, „Hoffnung“ trug; diese drei Glocken läuten inzwischen in der Kirche in Bergholz in Vorpommern. Da bei uns Bedenken gegen die Sicherheit des alten Glockenträgers auftauchten und auch der Wunsch nach einem „richtigen“ Glockenturm wieder lebendig wurde, hat die Gemeinde 2006 mit einer großen Kraftanstrengung ausschließlich aus Spenden den neuen Turm gebaut. Dabei kam ihr der Zufall zu Hilfe, dass in Werdohl ein Glockenturm mit den Glocken gerade zum Verkauf stand. Dieser Glockenturm ist nach Hiltrup versetzt, um ein Segment erhöht und neu ummauert worden. Seit dem Gemeindefest im September 2006 rufen nun die neuen Glocken die Gemeinde   zum Gottesdienst; sie tragen die Inschriften: „O Land, Land, Land höre des Herrn Wort“, „Ein feste Burg ist unser Gott“ und „Christus ist unser Friede“.

Vor der Kirche mit ihrem angrenzendem Gemeindezentrum liegt ein offener Platz, umgeben von locker gestalteten Grünflächen mit Sträuchern, Bäumen und Bänken. Von der Hülsebrockstraße kommend leiten mehrere Wege den Besucher durch diese Grünanlage zur tiefer gelegenen Kirche.

Das Portal der Christuskirche.

Das geschlossene Kirchenportal schimmert silbrig. Die Türgriffe sind Teil einer ornamentalen Gestaltung, die an Schmetterlingsflügel erinnern. Betreten Besucher die Kirche, halten sie unwillkürlich inne, bleiben stehen und sehen sich um. Suchen sie ihren Platz in diesem Raum, in diesem Gottesdienst? In alten romanischen Kirchen ist der Eingang im Westen bewußt niedrig gestaltet, damit der Kirchenbesucher sich vorbereitet auf die Begegnung mit dem Allerhöchsten. Er wird vor Gott klein, um noch mehr Gottes Größe und Liebe zu erfahren. So steht auch in der Liturgie (Ablauf des Gottesdienstes) das Sündenbekenntnis am Anfang, bevor das frohmachende Evangelium dem Gottesdienstbesucher zugesprochen wird. In der Christuskirche entsteht das gleiche Gefühl: der Eingangsbereich wirkt niedrig durch die darüber angebrachte Empore, der Kirchenraum um so höher und weiter.

Bibel und Abendmahlsgeräte auf dem Altar der Christuskirche.

Vom Eingang der Christuskirche leitet der rote Läufer den Blick und den Weg auf das Wichtigste in der Kirche hin, auf Kreuz und Altar. Ein großer steinerner Tisch ist der Altar mit der Bibel, den Abendmahlsgeräten, Blumen und Kerzen darauf. Vor dem Altar hängt das Antependium, ein Altarbehang in den Grundfarben der jeweiligen Kirchenjahreszeit (grün, weiß, rot, lila) mit einem symbolischen Bild darauf.

Das Kreuz in der Christuskirche: Ungewöhnliche Formen und Materialien, eine Darstellung voller Gegensätze.

Ungewöhnlich ist die Gestaltung des Kreuzes an der Wand hinter dem Altar. In einer kreuzförmigen rot emaillierten Schale mit weichen abgerundeten Enden liegen entsprechend zur Kreuzform zwölf große, grob gebrochene helle Bergkristalle. Die Gegensätze im Kreuz fallen auf: kompaktes Rot - durchsichtiger Kristallglanz, runde weiche Form -scharfkantig harte Gebilde, zusammenhängend gestaltete Einheit -zwölfteilig zusammengehörige Vielfältigkeit. So werden auch in Jesus Christus Gegensätzliches und Vielfältiges zusammengeführt: Leben und Tod, Geburt und Sterben, Kreuz und Auferstehung, Mensch und Gott.

Tauffenster und Taufstein

Von der Altarwand in der Höhe des Kreuzes führt um die ganze Kirche herum ein Lichtband aus dicken Glassteinen, die von harten, spitzen,dunklen Zementriegeln eingefaßt sind. Es weckt Erinnerungen an die Dornenkrone Christi. Das Rot des Kreuzes wird anfangs im Lichtband aufgenommen, vermischt sich mit dem dominierenden Blau zu Lila und verläuft zu Blau, Grün und Weiß.

Ausgeweitet wird das Lichtband in dem großen Tauffenster. Das Bildfenster wird von drei Elementen bestimmt: ein quer durch das Bild verlaufendes geschwungenes Band, zwei senkrecht dazu stehende rote Figuren. Vor dem Bild steht der Taufstein, eine schlichte hohe Quadratsäule mit einer silbergrauen Taufschale darauf. Bei der Betrachtung des Bildfensters drängt sich in dieser Umgebung die Assoziation von der Erzählung der Taufe Jesu durch Johannes im Jordan auf. Das Bildfenster kann auch für andere Gedankenverbindungen stehen: einige Konfirmanden sehen darin Fischer, die ihr Netz auswerfen, wieder andere sehen zwei Menschen auf einem Weg - vielleicht die Emmausjünger.


An der Wand hinter dem Taufstein gibt es seit 2012 eine Kerzenkonsole, auf der Besucher der Kirche ein Licht für einen anderen Menschen anzünden können. Viele tun dies mit einer stillen Fürbitte im Gebet, manche nutzen die Möglichkeit, ihr Gebetsanliegen in das Buch der Fürbitten zu schreiben.

Der quadratische Kirchenraum mit seiner hohen spitzen Zeltdecke strahlt Ruhe, Stille, Frieden aus. Es gibt wenig Schmuck in der Kirche. Die Wände aus braunen Klinkersteinen, die hohe Decke aus hellbraunem Holz, das gebrochene Licht durch die Glassteine bestimmen den Raum. Symbolhaft reihen sich zwölf Kerzen an der Seitenwand; sie werden an hohen Feiertagen angezündet. In jedem Gottesdienst werden die sechs Kerzen um den Altar entzündet, die im Halbkreis auf hohen silbergrauen Kerzenständern stehen. Die Raumhöhe gliedernd spannt sich ein Gitter mit Lampen wie Leuchtpunkte über die Bankreihen der Kirche.

Dass hier Gemeindeleben geschieht, zeigen wechselnde Ausstellungen: an der Wand neben dem Altar ist meistens eine aktuelle Gemeinschaftsarbeit aus dem Kindergottesdienst zu sehen an der Wand beim Taufstein hängt ein blaues Tuch, Symbol für einen See, wo bunte Fische mit den Namen der neuen Täuflinge angeheftet werden an den Seitenwänden gibt es oft Arbeiten der Konfirmanden neben dem Ausgang in einem Regal werden Informationen über Aktivitäten in der Gemeinde und weitere kirchliche Drucksachen zum Mitnehmen angeboten.

Die zwölf "Apostelkerzen" und der Grundstein der Kirche: Soli deo Gloria, Gott allein zur Ehre.

Alles, was in dem Kirchenraum geschieht, soll zum Lob und zur Ehre Gottes sein: die vielfältigen Gottesdienste, Andachten und Konzerte. Der Grundstein in der Wand neben den zwölf Festtagskerzen erinnert,wozu diese Christuskirche dienen soll:

SOLI DEO GLORIA Gott allein die Ehre

Volker Plath